Wenn Schülerinnen und Schüler glauben, unmusikalisch zu sein:

Erkennen angehende Musik-Lehrkräfte solche Überzeugungen?

  • Helene Rieche Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Anne Kristin Fischer Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Caspar Geißler Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Alexander Eitel Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Georg Brunner Pädagogische Hochschule Freiburg
  • Alexander Renkl Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Schlagworte: Musiklehrerausbildung, Professionelle Unterrichtswahrnehmung, musikalisches Selbstkonzept, Überzeugungen

Abstract

Die Überzeugung, musikalische Fähigkeiten seien unveränderbar, ist weit verbreitet und kann die Lernmotivation von Schülerinnen und Schülern im Musikunterricht stark beeinträchtigen. Anhand von Fallvignetten untersuchten wir, wie angehende Musik-Lehrkräfte (N = 92) problematische Fähigkeitsüberzeugungen wahrnehmen und interpretieren. Die Ergebnisse zeigten, dass höchstens die Hälfte der Lehrkräfte problematische Überzeugungen in einzelnen Unterrichtssituationen erkannte. Häufiger wurden die emotionalen und motivationalen Folgen der Überzeugung wahrgenommen. Wenn die Überzeugung erkannt wurde, handelte es sich meist um reine Beschreibungen; seltener um Erklärungen oder Vorhersagen. Anhand eines Strukturgleichungsmodells wurde geprüft, welche individuellen Merkmale das Erkennen ungünstiger Überzeugungen vorhersagen. Lehrerfahrung wirkte sich negativ auf das Erkennen aus, dynamische subjektive Theorien hatten einen tendenziell positiven Einfluss. Nicht bedeutsam waren Selbstwirksamkeitserwartungen sowie die Fähigkeit zur Mentalisierung.

Veröffentlicht
04.09.2018
Zitationsvorschlag
Rieche, H., Fischer, A., Geißler, C., Eitel, A., Brunner, G., & Renkl, A. (2018). Wenn Schülerinnen und Schüler glauben, unmusikalisch zu sein:. Beiträge Empirischer Musikpädagogik, 9, 1-23. Abgerufen von https://www.b-em.info/index.php/ojs/article/view/154
Rubrik
Einzelbeiträge